23.11.2005
Homosexualität und Priestertum
kath.net veröffentlicht heute die Übersetzung das seit längerem erwarteten vatikanischen Dokuments zum Thema Homosexualität und Priestertum.
Vermutlich wird dieses Dokument wieder zu heftigen und emotionalen Diskussionen führen. Dabei steht es einfach in der
Logik der christlichen Sicht von der Sexualität und ihrer Bestimmung im Heilsplan Gottes. Was ich damit meine, illustriere ich am besten mit einem Zitat von Christopher West's " Theology of the Body for Beginners":
"....Einer von Begierde eingenommenen Welt scheint die lebenslange Enthaltsamkeit (Anm.: der Verfasser geht hier auf den Zölibat als eine der Formen gelebter menschlicher Sexualität ein) absurd. Die gängige Meinung über den christlichen Zölibat könnte man so zuammenfassen:" Hey, heiraten ist für euch Christen doch die einzig legitime Möglichkeit eurer Begierde nachzugeben. Warum wollt ihr das bloß aufgeben? Ihr würdet euch ja nur zu einem Leben voller hoffnungsloser Unterdrückung verurteilen." Erinnern wir uns jedoch, dass der Begierde nachgeben und Unterdrückung nicht die einzigen Optionen sind. Es gibt noch einen anderen Weg, der der Welt (und leider sogar vielen Christen) unbekannt ist. Wir sagten ja bereits, dass "Jesus gekommen ist, um die Schöpfung in ihrer ursprünglichen Reinheit wiederherzustellen"(KKK, 2336)
Der Unterschied zwiischen Ehe und Zölibat darf niemals als Unterscheidung zwischen dem "legitimen" Ausleben der sexuellen Lust einerseits und dem Zwang sie zu unterdrücken andererseits verstanden werden. Christus beruft jeden Menschen- unabhängig von seiner/ihrer speziellen Berufung- die Erlösung von der Herrschaft der Begierde zu erfahren. Nur aus diesem Blickwinkel haben die christlichen Berufungen (Zölibat und Ehe) ihren Sinn. Beide Berufungen- wenn sie so gelebt werden wollen, wie Christus sie beabsichtigt- entspringen aus derselben Erfahrung der Erlösung des sexuellen Verlangens.
Johannes Paul II erklärt, dass der zölibatäre Mensch "die Sündhaftigkeit seines (erbsündigen) Menschseins den Kräften unterordnen (muss), die aus dem Geheimnis der Erlösung des Leibes quellen...(so) wie jeder andere Mensch auch" (Generalaud.7.April 1982).Deshalb sagt er auch, dass der Ruf zum Zölibat nicht nur eine Sache der persönlichen Entwicklung sondern auch der persönlichen Umwandlung ist ( Aud. am 5. Mai 1982). Wer diese Umwandlung erlebt, ist nicht an seine Begierden gebunden. Er ist frei sich in Feiheit zu schenken.
(aus:Christpher West, Theologie des Leibes für Anfänger, Einführung in die sexuelle Revolution nach Papst Johannes Paul II, FE-Medienverlag, Kisslegg)
Mehr, und vor allem von kompetenter Seite aus zum aktuellen vatikanischen Dokument findet man heute bei kompendium.





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