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27.12.2005
Im Anfang war das Wort

Heute am Fest des Hl. Apostel Johannes, des Theologen, wie er in der Ostkirche genannt wird, stellt uns die Kirche noch einmal das zentrale Geheimnis unseres Glaubens vor Augen: das Wort, der Logos ist Fleisch geworden und hat wirklich unter uns gewohnt,....in allem uns gleich außer der Sünde (wie der Hebräerbrief hinzufügt).
Dieses Geheimnis, so unauslotbar es ist, hat sehr konkrete Auswirkungen auf unser Leben als Christen; wenn man es recht betrachtet, dann wird diese Wahrheit, einmal akzeptiert, unser Verhältnis zu unserem eigenen Leib und zur Schöpfung in der wir Leben nachhaltig verändern, ja revolutionieren. Ich habe schon einmal etwas zum Thema "Theologie des Leibes" gepostet. Immer mehr beschäftigt mich der Gedanke, ob wir Christen, gerade wir Laien, nicht gerufen sind eine neue Spiritualität des Leibes und der Schöpfung zu leben.
Wenn Gott nämlich Mensch geworden ist, dann hat er diese Welt, und ganz besonders unseren Leib akzeptiert im Vollsinn des Wortes, d.h. er hat sein großes und bejahendes "Amen" zu unserer Leiblichkeit und zur Schöpfung im Ganzen gesagt. An uns Christen ist es, mit dieser "johanneischen" Botschaft ernst zu machen und "Gott in unserem Leib zu verherrlichen" , wie es der Hl. Petrus ausdrückt. Gott in unserem Leib zu verherrlichen, ist ein noch weitgehend unbekannter Bereich in der christl. Spiritualität. Bislang wurde zu einseitig der Akzent auf Askese, Abstinenz und Abtötung gelegt, und all das hat viel Gutes und Richtiges, aber mir scheint, es wird Zeit, über dieses Stadium hinauszugehen und Gott positiv in unserem Leib zu verehren und zu verherrlichen. Das ist weit entfernt davon, einen christlichen Körperkult zu betreiben oder auf die "wellness-Mode" aus christlicher Sicht aufzuspringen! Es ist im Gegenteil das große Kontrastprogramm zum Hedonismus um uns herum.
Die Welt und unseren Leib im Blick Gottes anzunehmen und zu lieben bedeutet, bewußt Frau/ Mann zu sein,
mit Freude seine Sexualität im Plan Gottes zu leben (das gilt auch für zölibatäre Menschen, die im Plan Gottes sexuelle Enthaltsamkeit leben),
bedeutet auch, verantwortungsvoll mit seinem Leib umzugehen
und auch,- ja auch das- das Leben, das Gott uns geschenkt hat zu genießen: Kostet und seht, wie gut der Herr ist, sagt der Psalm und an einer anderen Stelle: Lehre mich das Gut des Erkennens und Verkostens!





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